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Wanderserie am Buchberg:

Oberpfalz - Deine Heimat

Buchberg - Rohrbachquelle

Schlossberg - Burgstall     oder wie die Sage dazu lautet,  Der Schatz im Buchberg

Buchberg - Bonus

Für das Jubiläumsevent am 29.09.12

Von hinten - wie von vorn! (Kinder)

Buchberg Gipfelkreuz

Auf den Spuren der alten Kelten

Eine Sage für Euch, die ich gefunden habe.
Der Schatz im Buchberg

Nordwestlich von Kemnath erhebt sich steil auf ziemlich ebenem Gelände der Buchberg. Seine ausgedehnten Waldreviere mit den dunklen Tannen und  Fichten und den undurchdringlichen Dickichten gaben viel Anlass zu düsteren Sagen. An den beiden gegenüberliegenden Hängen standen einst  zwei stolze Burgen, deren eine “es war die südliche” die reichen und  vornehmen Herrn von Haldenrode beherbergte. Sie herrschten von hier aus mit Macht und Strenge bis ans Naabtal hin. Aber die Schweden, so erzählt das Volk, zerstörten die beiden Schlösser so gründlich, dass heute  keine Spur mehr von ihnen zeugt, außer die Schutthügel, mit Moos und Farnkraut bedeckt, und mächtige Gräben, aus denen jetzt prachtvolle  Tannen emporragen.
Die Stätte aber, wo die Burgruine stand, ist verflucht und verwünscht auf ewige Zeiten einer greulichen Untat wegen,  die ihr letzter Besitzer auf sich geladen hatte. Wohl wurde mancher, der sein Brot mit Tränen aß, von den dort verschütteten Schätzen angelockt, aber keiner von allen, die versuchten, danach zu graben, wagte das  Unternehmen ein zweites Mal. Es ging dort nicht mit rechten Dingen zu,  und ein jeder konnte noch von Glück sagen,
wenn er mit dem Schrecken  davonkam. So kam es, dass der Schatz im Buchberg der Vergessenheit  anheimfiel, bis in die siebziger Jahre des 18. Jahrhunderts.
Damals stiegen Mägde der Bauern von Sitzambuch am Fuß des Berges zur Sommerzeit oft in die stillen, einsamen Wälder hinauf, um von den üppigen  Rasenplätzen Gras zu holen. Eines jener Mädchen, das gewöhnlich in der Nähe der Ruine graste, begegnete dort häufig einem großen schwarzen  Pudel, der einen mächtigen Schlüssel im Rachen trug und damit der  verwünschten Stätte zulief. Das Mädchen wagte nicht zu folgen und erzählte aus Furcht keiner ihrer Begleiterinnen etwas davon. Aber eines Sonntags nach dem Gottesdienst ging sie in den Pfarrhof und berichtete ihr Erlebnis. Der Pfarrer ließ sich den Schauplatz der Begebenheit nochmals recht deutlich beschreiben, legte ihr strengste Verschwiegenheit auf und entließ sie mit einem schönen Gebetbuch als  Geschenk.
Noch am selben Tag machte Pfarrer Wilhelm Vischer mit  seinem jüngeren Bruder Ambros, der ihm als Kooperator beigegeben war, einen Spaziergang auf den Buchberg. Tatsächlich sahen sie den schwarzen  Pudel. Sie folgten ihm. Bei der Ruine Haldenrode legte er sich auf eine eiserne Truhe und
spie Feuer und Glut gegen die Ankömmlinge. Unverrichteter Dinge kehrten sie heim. Am anderen Tag kamen sie wieder mit dem Buch, das die kirchlichen Exorzismen enthält. Der Pudel saß  wieder auf der Truhe und hielt Wache über die darin verborgenen Schätze. Die beiden Priester beteten nicht lange, so fing es im Innern des  Berges zu donnern an. Sie fürchteten sich nicht, und bald versank unter giftigem Schwefelgeruch das Untier, den Schlüssel zurücklassend. Nun konnten sie sich ohne Gefahr nähern und den ehernen Kasten öffnen, der mit Gold und Silber angefüllt war. Ein Bauer von Kemnath schaffte mit seinem Fuhrwerk den die schwere Truhe unter großen Schwierigkeiten ins Dorf.
Bald begann der Pfarrer die Kirche zu bauen, die 1785 vollendet wurde, während die Kirche in Neunaigen 1792 eingeweiht wurde. So hatte der Schatz vom Buchberg, den die Herren von Haldenrode mit Blut und Ungerechtigkeit erworben hatten, großen Segen gestiftet.


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